Flor de Sal

Flor de Sal (auf Französisch Fleur de Sel und zu deutsch Salzblume) gilt als das teuerste Meersalz auf der Welt. Es entsteht in sogenannten Salzgärten, an der Küste angelegten flachen Becken, in welche das Meerwasser abgeleitet wird. Flor de Sal bildet sich als eine hauchdünne Schicht an der Wasseroberfläche, wenn die wärmende Sonne und der feuchtigkeitsaufnehmende Wind das Meerwasser verdampfen lässt. Wir haben eine der berühmtesten Salzmanufakturen an der Algarve besucht und uns den aufwändigen Herstellungsprozess dieses besonderen Salzes genauer angeschaut.

Tavira Salz wird im portugiesischen Salzgärten im Naturpark Ria Formosa im Familienbetrieb von Sr. Rui Simeao gewonnen. Schon vor 2000 Jahren haben die Römer in dieser Gegend Salinen angelegt und mit dem gewonnenen Meersalz ertragreichen Handel betrieben. Heute wird das Salz nach alten Traditionen von Hand geerntet.

Die Salzgärten liegen seit 5 Generationen in der Hand der Familie Simeao, das Wissen um die Salzgewinnung wird also seit über 100 Jahren von Vater zu Sohn weitergegeben. Das besonders saubere und unbelastete Atlantikwasser sowie die günstigen Wetterbedingungen, vor allem die reine Luft und die windreichen heißen Sommer, verbunden mit der schonenden Ernteweise der Simeao Familie, sorgen für die weltbekannte Qualität des Tavira Salzes und den naturbelassenen Geschmack der Salzblüten.

Doch wie genau erntet man das Salz in den Salzgärten? Die Salzbecken, auch Salinen genannt, werden zwischen Ende April und Ende Mai mit Meerwasser geflutet. Zunächst gelangt das Wasser in Vorkonzentrationsbecken. Wenn es dann zu einer Salzkonzentration von 150 bis 180 Gramm pro Liter verdunstet, wird das Wasser in kleinere Erntebecken abgeleitet. Hier beginnt die Kristallisation des Salzes – an der Oberfläche entstehen die zarten fragilen Salzblumen, die von den Salzgärtnern mit langen Holzsieben abgeschöpft werden. Nach jeder Ernte wird neues Wasser in die Becken geleitet und der Vorgang neugestartet. Der Prozess wiederholt sich den ganzen Sommer lang, bis Ende September, wenn die ersten Herbstregen kommen und den Verdunstungsvorgang stoppen. Im Winter werden die Salinen gesäubert und repariert, bis der Erntezyklus im Frühling von vorne beginnt.

Das Ernten der Salzblumen ist harte und schweißtreibende Arbeit, besonders in den Sommermonaten, wenn die Temperaturen an der Küste Portugals bis auf 45° C steigen. Deshalb ist Flor de Sal – das weiße Gold Portugals – auch so teuer. Die Feinschmecker wissen aber den intensiven, weichen Geschmack der Salzblüten zu schätzen. Die Salzkristalle sind leicht löslich und verbinden sich besonders gut mit den Aromen der Speisen. Sie zerfließen förmlich auf der Zunge und hinterlassen einen feinen mildsüßen Nachgeschmack.

Wer in der Welt des Salzgenusses noch ein Neuling ist, sollte unbedingt eine Packung Tavira Salz kaufen (hier an der Quelle ist das Salz übrigens viel günstiger, als im Geschäft!) und Zuhause probieren. Mit dem konventionellen raffinierten Speisesalz ist die Salzblume nicht zu vergleichen. Am besten eignet sich das Flor de Sal zum Würzen von Fisch, Fleisch und Salaten. Oder eine Prise davon auf ein Stück mit Olivenöl oder Butter bestrichenes Brot geben. Einfach köstlich! Mit der Salzblüte eine Suppe abzuschmecken wäre allerdings ein Fehler. Für den Kochtopf ist Flor de Sal definitv zu schade.

 

Flor de Sal Tavira
Rua 4 de Outubro 15, 8800-362 Tavira, Portugal
www.ruisimeao.com

 

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